Die Geldfalle/Greenspan ein Gefangener des Systems?
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Warum führt er nicht die ganze Welt durch das goldene Tor?
Wenn ein Geldfachmann mit viel praktischer Erfahrung im Alter von 45 Jahren diese Sicht der Welt und des Finanzsystems hat, so ändert sich das wohl nicht mehr wesentlich, wenn er 20 Jahre später Chef der Zentralbank wird. Gleichwohl hat Alan Greenspan 1987, als er an die Spitze der Federal Reserve berufen wurde, als erstes die Falschgeldproduktion immens erhöht. Als im Oktober 1987 die Börsen krachten und ein Kollaps des Weltfinanzsystems drohte, hat Alan Greenspan die Geldschleusen weit aufgerissen und die Banken geradezu mit Falschgeld überschwemmt, mit der Auflage, dass sie dafür Aktien und Anleihen kaufen müssten. Es ist ihm tatsächlich gelungen, den Zusammenbruch zu verhindern, aber um welchen Preis. Das Falschgeld, das er damals erzeugte, ist nach wie vor im System und danach folgte eine Krise nach der anderen, die ebenfalls mit immer mehr Falschgeld „überwunden“ wurden. Vom Zusammenbruch der Sparkassen über die Mexikokrise bis zur Asienkrise und Russlandkrise wurde nicht nur in Amerika sondern weltweit immer mehr Falschgeld (fiat money) zur Überwindung der jeweiligen Krise erzeugt und all dieses Falschgeld ist jetzt zusätzlich im System - gegen Zinsen versteht sich - und dieses Falschgeld erzeugt jetzt immer größere Blasen am Aktienmarkt. Dies zeigt ganz deutlich, dass selbst ein Mann mit der Grundeinstellung eines Alan Greenspan ein Gefangener des Systems ist und gar nicht anders kann als weiter systemgerecht zu funktionieren. Auch den nächsten Aktiencrash und die nächste Finanzkrise wird er versuchen mit noch mehr Falschgeld zu „überwinden“.
Es gibt kein anderes Mittel. Staat und Banken müssen jetzt immer schneller immer mehr Falschgeld erzeugen und sie sitzen in der Falschgeldfalle. 1929, auf dem Höhepunkt der Aktienblase, betrug der Wert aller Aktien in Amerika etwa 70 - 80 % des Bruttosozialproduktes. Heute liegt dieser Wert etwa doppelt so hoch bei 150 %. Kein Mensch wird sehenden Auges die Verantwortung auf sich nehmen, diese Blase zum Platzen zu bringen und damit Millionen von Menschen plötzlich in Armut stürzen - auch Alan Greenspan nicht. Er hat auch ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass er alles in seiner Macht stehende tun wird, um eine solche Entwicklung zu verhindern. Hierzu einmal ein Zitat aus einer seiner jüngsten Reden: „Central banks can issue currency, a non-interest-bearing claim on the government, effectively without limit. They can discount loans and other assets of banks or other private depository institutions, thereby converting potentially illiquid private assets into riskless claims on the government in the form of deposits at the central bank. That all of these claims on government are readily acceptet reflects the fact that a government cannot become insolvent with respect to obligations in its own currency.“ Das heißt also, es kann nie der Zustand eintreten, dass für eine Regierung das Geld knapp wird. Sie kann immer ihre Schulden bedienen, indem sie einfach durch Neuverschuldung so viel Geld erzeugt wie sie braucht. Die Regierung muss sich auch nie Gedanken machen über den Wert von Vermögensgegenständen, die als Sicherheit gegen Schulden verpfändet wurden, denn solche Sicherheiten gibt es nicht. Und weil das so ist, weil Staatsschulden immer bedient werden können, kann die Zentralbank auch beliebig von Banken oder Privatleuten faule Schulden aufkaufen und in Staatsschulden umwandeln und so jeden Crash vermeiden. Man kann jedenfalls nicht behaupten, Alan Greenspan habe getäuscht und nicht klar gesagt, wie es funktioniert.
Neben dem Ankauf fauler Schulden mit legalem Falschgeld gehört aber noch etwas anderes dazu, um einen Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern. Und auch das hat Alan Greenspan in einer seiner Reden ganz klar gesagt mit dem mittlerweile berühmten und viel zitierten Satz: „ Nor can private counterparts restrict supplies of gold, another commodity whose derivatives are often traded over-the-counter, where central banks stand ready to lease gold in increasing supplies should the price rise.“ Die Zentralbanken sind also bereit, einen Anstieg des Goldpreises auf jeden Fall zu verhindern. Warum ist das so wichtig? Um das zu verstehen, werfen wir jetzt einmal einen Blick auf den spannenden Kampf ums Gold.
