Die Geldfalle/Sapere aude - Denken Sie selbst!

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Geldtheorie ist nicht schwer und es geht um Ihre Zukunft.


Im Jahre 1777 schrieb die Preußische Akademie der Wissenschaften einen Preis über die Frage aus, ob es nützlich sei, das Volk zu betrügen. Dem war ein schamloser Geldbetrug vorausgegangen, mit dem Friedrich der Große seinen Siebenjährigen Krieg finanzierte. Wir werden auf diese spannende Geschichte später noch eingehen. Es ist gewiß ein Zeichen von aufgeklärter Toleranz, dass eine solche öffentliche Debatte unter Friedrich‘s Herrschaft überhaupt möglich war. Die Preisfrage lautete: „Ist es dem gemeinen Haufen der Menschen nützlich, getäuscht zu werden, indem man ihn entweder zu neuen Irrtümern verleitet oder bei den gewohnten Irrtümern erhält?“ Der Preis wurde schließlich geteilt zwischen einem Befürworter und einem Gegner der Täuschung. Durch diese Preisfrage wurde aber in Deutschland eine Diskussion ausgelöst, die sich über 20 Jahre hinzog, über die Frage, was Aufklärung sei, sowie über ihre Vorteile, Grenzen und Gefahren für Religion und Staat. Im Rahmen dieser Diskussion veröffentlichte Immanuel Kant im Dezember 1784 seinen berühmten Beitrag mit dem Titel: „Was ist Aufklärung“, worin er die These vertritt, dass es die natürliche Bestimmung der Menschen sei, selbst zu denken und sich so von Bevormundungen aller Art zu befreien. Aufklärung sei der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. „Sapere aude“ forderte Kant, habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen.

Bei geldtheoretischen Fragen glauben die meisten Menschen heute nicht mitreden zu können, weil diese Fragen ihnen zu kompliziert erscheinen. Obwohl ihr Leben und ihre Freiheit weitgehend von Geld bestimmt wird, überlassen sie das Thema den „Experten“. Kant schreibt sehr deutlich dazu: „Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein.“

Natürlich benutzen die Fachleute eine komplizierte Sprache und entwerfen komplizierte Theorien. Jeden Teil des Lebens kann man unendlich kompliziert betrachten. Versuchen Sie einmal zu beschreiben, was Liebe ist, es wird Ihnen kaum gelingen - und dennoch ist es zugleich die einfachste Sache der Welt und leider ist es auch die einfachste Sache der Welt, mit Liebe zu täuschen. Ähnlich verhält es sich mit dem Geld. Es gibt unendlich komplizierte Beschreibungen darüber, was Geld ist, aber ich hoffe Ihnen in diesem Buch zeigen zu können, dass es sich letztlich doch um eine sehr einfache Sache handelt. Viel einfacher als Liebe. Aber leider ist es eben auch beim Geld sehr einfach zu täuschen, weil Geld wie Liebe auf Vertrauen aufbaut.

Über Geld ist das Meiste wohl schon längst gesagt und geschrieben worden, aber das nützt Ihnen gar nichts, wenn es nicht auch in Ihren Kopf gelangt. Dabei wird in älteren Büchern der Sachverhalt häufig viel einfacher, klarer und besser beschrieben als man es in heutigen Büchern, unter Verwendung mathematischer Formeln lesen kann. Glauben Sie nicht den Behauptungen, dass heute alles ganz anders sei. Beim Geld hat sich, ähnlich wie in der Liebe, kaum etwas geändert seit es Menschen gibt. Natürlich haben wir heute Telefon, Fernsehen und das Internet, aber wir nehmen mit unseren Augen, Ohren und Empfindungen ähnliche Signale auf wie vor tausenden von Jahren. Vielleicht schneller und vielleicht mehr Informationen, aber am Prinzip hat sich nicht allzuviel geändert. Und das gilt auch für das Geld. Auch beim Geld hat sich am Grundkonzept nicht viel geändert und Sie werden sehen, auch der Geldbetrug funktioniert noch immer nach genau dem gleichen Prinzip wie vor 1000 Jahren. Es ist nicht schwer das zu durchschauen, auch heute nicht bei digitalem Geld und flexiblen Wechselkursen. Deshalb sapere aude - haben wir Mut, uns auch in Geldfragen unseres eigenen Verstandes zu bedienen.

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