Die Geldfalle/Vorwort
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Hier erfahren Sie schon, wie der Krimi aufgebaut ist und was der "Plot" ist
Der zweifelhafte Charme eines wirklich guten Betruges besteht darin, dass er so simpel ist, dass man es nicht für möglich hält. In der Geschichte des Geldes reiht sich ein staatlicher Geldbetrug an den anderen. Diese geschichtliche Erfahrung legt eigentlich die Vermutung nahe, dass so etwas auch heute wieder geschieht. Vielleicht halten Sie es jetzt nicht für möglich, aber es geschieht in der Tat gerade wieder vor Ihren Augen. Das eigentlich Verwunderliche daran ist, dass es sich immer wieder um den gleichen simplen Trick handelt, und dass er immer wieder neu funktioniert. Staat und Banken erzeugen einfach legales Falschgeld und das Publikum hält es nicht für möglich, weil man glaubt, legales Falschgeld könne oder dürfe es nicht geben.
Ich will Ihnen in diesem Buch zeigen, wie sich dieser Trick entwickelt hat, wie er im Laufe der Geschichte immer raffiniertere Formen angenommen hat, wie er heute funktioniert, wie ein besseres Geldsystem aussehen könnte und schließlich, wie Sie sich privat vor diesem Trick schützen können. Sie werden sehen, dass in einem längeren Prozess zunächst Gold und Silber von legalem Falschgeld verdrängt werden mußte. Kein Geringerer als Alan Greenspan wird Ihnen in diesem Buch klipp und klar erklären, warum das notwendig war und wie es gemacht wurde. Die zentrale These des Buches ist dann, dass dieses bisher größte Falschgeldexperiment, das vor etwa 30 Jahren begonnen wurde, jetzt scheitert und wir wieder zu gedecktem Geld zurückkehren, wie das auch Nobelpreisträger Robert Mundell fordert. Dabei kommt es zu einer Remonetisierung von Gold und Silber, wovon der Silberpreis besonders profitieren dürfte. Diesen Prozess aber wollen Regierungen und Zentralbanken so lange wie möglich verhindern. Ich werde Ihnen am Ende des Buches zeigen, wie heute, vor Ihren Augen, ein gnadenloser Kampf um Gold und Silber geführt wird auf den Märkten und in den Medien, um möglichst lange zu verhindern, dass die Edelmetallpreise steigen und Gold und Silber wieder privates Geld werden.
Ich verspreche Ihnen eine spannende Reise durch die Geldgeschichte, an deren Ende Sie sich fragen werden, wie es trotz allen Wissens und aller Aufklärung immer wieder möglich war, die Menschen mit Geld so zu täuschen. Sie werden Geld, Ihre Geldanlagen und auch Ihre Altersversorgung danach mit anderen Augen sehen. Aber ich werde Ihnen auch zeigen, wie an vielen Stellen die Menschen jetzt anfangen, den Trick zu durchschauen und nach Lösungen zu suchen für ein besseres Geldsystem.
Vielleicht stören Sie sich jetzt noch an so moralischen Begriffen wie „Betrug“ und „Falschgeld“, aber das wird sich ändern. Man soll das Kind beim Namen nennen, weil der Sachverhalt dann klarer wird. Schon ein altes chinesisches Sprichwort sagt: „Der erste Schritt zur Weisheit ist, die Dinge beim richtigen Namen zu benennen“. Aber wenn Sie es doch sanfter mögen, setzen Sie einfach gedanklich für das Wort Betrug die Floskel „kollektive Selbsttäuschung“ ein und für Falschgeld den international üblichen englischen Begriff „fiat money“, was soviel bedeutet wie „es werde Geld“, also Zaubergeld. Es gibt überraschenderweise kein deutsches Wort für den Begriff „fiat money“. Die Übersetzung legales Falschgeld trifft wohl am besten den Sachverhalt, der damit gemeint ist. Das Merkwürdige ist nur, dass der Begriff legales Falschgeld sofort ein starkes Unbehagen auslöst. Es sieht so aus, als ob hier ein Tabu berührt würde, das es zu entzaubern gilt.
Es sollte aber auch klar sein, dass ich nicht Banker, Staatsbeamte und Politiker als Betrüger und Geldfälscher bezeichnen will. Man muss gar keine kriminellen Energien unterstellen. Das aktuelle Geldsystem bringt diese Folgen aus sich heraus zwangsläufig hervor. Das System ist zwar nicht vom Himmel gefallen und es haben auch eine große Anzahl Staatsmänner, Banker und Wirtschaftswissenschaftler bewußt „gefälscht“ und mit genau dieser Zielsetzung an der Entwicklung des Systems mitgearbeitet, aber die große Mehrzahl der Banker und Politiker nutzen dieses System heute in gutem Glauben und verteidigen es wohl auch aus tiefer Überzeugung. Manche sehen zwar die Zusammenhänge, können aber nicht anders handeln, weil sie Gefangene des Systems sind. Wahrscheinlich trifft das auch auf Alan Greenspan zu. Es gibt hier keine einfache Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Der ganze Zwiespalt des Sachverhaltes, um den es hier geht, kommt sehr schön in einer kleinen Geschichte zum Ausdruck, die Baudelaire unter dem Titel: „Das falsche Geldstück“ erzählt und die ich zur Einstimmung hier einmal wiedergeben möchte.
Das falsche Geldstück
Während wir uns von dem Tabakladen entfernten, begann mein Freund, die verschiedenen Münzsorten seines Geldes sorgfältig zu sondern; die kleinen Goldstücke wanderten in die linke, die kleinen Silberstücke in die rechte Westentasche, in die linke Hosentasche ließ er eine größere Menge Kupfermünzen gleiten und in die rechte endlich ein silbernes Zweifrankenstück, das er einer besonderen Prüfung unterzogen hatte. „Was für eine wunderliche umständliche Art, sein Geld auf sich zu verteilen“, sprach ich bei mir selbst. Wir begegneten einem Armen, der uns zitternd seine Mütze hinhielt. - Ich kenne nichts Quälenderes als die stumme Beredsamkeit dieser flehenden Augen, aus denen für den fühlenden Menschen, der darin zu lesen versteht, soviel Demut und zugleich so viele Vorwürfe sprechen. Er gewahrt dort etwas, das an Tiefe der vieldeutigen Empfindung nahekommt, wie sie in den tränenden Augen geschlagener Hunde liegt. Die Spende meines Freundes war sehr viel ansehnlicher als die meine, und ich sagte zu ihm: „Nächst dem Vergnügen, sich überraschen zu lassen, gibt es kein größeres, als einem anderen eine Überraschung zu bereiten. - Es war das falsche Geldstück“, antwortete er gelassen, als wollte er seine Freigebigkeit rechtfertigen.
In meinem elenden Gehirn aber, das immer damit beschäftigt ist, sich in abwegigen Vermutungen zu ergehen (welche beschwerliche Gabe hat die Natur mir da verliehen!), entstand alsbald die Vorstellung, ein solches Verhalten meines Freundes sei nur entschuldbar, wenn es dem Verlangen entsprang, in dem Leben dieses armen Teufels ein Ereignis zu schaffen, vielleicht gar die verschiedenen möglichen Folgen zum Schlimmen oder Guten festzustellen, die ein falsches Geldstück in der Hand eines Bettlers nach sich ziehen kann. Konnte es sich nicht in echten Geldstücken vervielfältigen? Konnte es ihn nicht auch ins Gefängnis bringen? Ein Schankwirt, ein Bäcker etwa würden ihn vielleicht als Falschmünzer oder als jemand, der Falschgeld verbreitet, verhaften lassen? Ebensogut aber könnte das falsche Geldstück für einen armen kleinen Spekulanten zum Grundstock eines kurzfristigen Reichtums werden. Und so ließ ich meiner Phantasie die Zügel schießen, lieh meinem Freund Geistesflügel und zog alle nur denkbaren Schlüsse aus allen nur denkbaren Hypothesen. Jäh aber unterbrach mein Freund mich in meinem Sinnieren, und meine eigenen Worte aufgreifend, sagte er: „Ja, Sie haben recht; es gibt kein süßeres Vergnügen, als einen Menschen dadurch zu überraschen, daß man ihm mehr gibt, als er erwartet.“ Ich blickte ihm tief in die Augen, und sah mit Entsetzen, daß seine Augen von unbestreitbarer Treuherzigkeit leuchteten. Da erkannte ich denn, daß er zugleich ein Almosen geben und ein gutes Geschäft machen wollte; zwanzig Groschen und Gottes Herz dazu gewinnen, das Paradies erknausern und zuletzt noch kostenlos als ein Wohltäter dastehen wollte. Ich war fast bereit gewesen, ihm das Verlangen nach dem verbrecherischen Vergnügen zu verzeihen, dessen ich ihn soeben für fähig gehalten hatte; ich hätte es merkwürdig, seltsam gefunden, daß er sich einen Spaß daraus machte, den Armen Ungelegenheiten zu bereiten; aber seine törichte Berechnung werde ich ihm nie verzeihen. Man ist niemals entschuldbar, wenn man böse ist, aber es liegt ein gewisses Verdienst darin, zu wissen, daß man es ist; und es ist das ärgste von allen unheilbaren Lastern, das Böse aus Dummheit zu begehen.
