Die Geldfalle/Was ist legales Falschgeld?
Aus FreiheitsWiki
Sie werden es jetzt nicht glauben, aber das ist der ganze Trick.
Der Übergang von echtem Geld zu Falschgeld wird, wie wir noch sehen werden, an einer bestimmten Stelle fließend, so dass man nicht sagen kann, ist das Geld schon falsch oder noch echt. Wir wollen uns deshalb das Wesentliche des Vorganges einmal kurz vor Augen führen.
Wenn ich direkt mit Gold bezahle, übertrage ich Eigentum. Ich tausche Ware gegen Ware. Wenn ich mein Gold bei einer Bank hinterlege und die Bank gibt mir einen Lagerschein in Form einer Banknote und ich bezahle mit dieser Banknote, weil das praktischer ist, so steht die Banknote nur stellvertretend für das Gold. Ich übertrage Eigentum genauso als ob ich das Gold direkt übergeben würde. Die Banknote ist nur ein Substitut, ein Stellvertreter, für das eigentliche Geld. Natürlich darf die Bank das Gold nicht an jemand anderes verleihen. Das wäre so, als ob ich mein Auto in einem Parkhaus abgebe und der Parkhausbesitzer verleiht das Auto in meiner Abwesenheit. Die Bank muss also einen guten Ruf haben und jeder muss darauf vertrauen, dass das Gold immer da ist, sonst würde niemand die Noten dieser Bank annehmen. Ich bin auch bereit, ähnlich wie im Parkhaus, eine geringe Gebühr dafür zu bezahlen, dass die Bank mein Gold sicher aufbewahrt und mir ihre Noten und ihren guten Ruf zur Verfügung stellt und mit dieser Dienstleistung meinen Zahlungsverkehr erheblich erleichtert. So ist in der Tat das private Bankgewerbe entstanden, wie wir später sehen werden.
Nun kann es sein, dass ich einen Teil meines Goldes für die nächsten 12 Monate nicht brauche. Ich verzichte auf die Benutzung des Goldes als Geld und stelle gegen einen Zins von 3 % der Bank das Gold für 12 Monate zur Verfügung. Jetzt bekomme ich allerdings keine Banknote dafür, mit der ich das Gold jederzeit abholen kann, sondern einen Schuldschein, der mich berechtigt, in 12 Monaten das Gold abzuholen zuzüglich 3% Zins. Und jetzt kann die Bank das Gold an einen anderen Kunden gegen 6 % auf 12 Monate verleihen, weil ich für diese Zeit auf die Benutzung als Geld, auf Liquidität, verzichte.
Während ich im ersten Fall für die Aufbewahrung und die Verfügungsstellung der Papiernoten bereit war, eine geringe Gebühr von vielleicht 3 % zu bezahlen, bekomme ich jetzt für den Verzicht auf eine Verfügung für 12 Monate 3 % Zins.
Natürlich kann ich nun auch diesen Schuldschein gegen irgendeine Ware oder Dienstleistung weiterreichen. Ich würde dann mit Kreditgeld bezahlen und der neue Besitzer des Schuldscheines könnte in 12 Monaten das Gold plus 3 % bei der Bank abholen.
Mit diesem gedanklichen Grundgerüst im Hinterkopf wollen wir nun eine erste Beschreibung dessen versuchen, was Falschgeld ist. Im weiteren Verlauf wird der Sachverhalt dann noch sehr viel klarer werden.
- A. Falsches Warengeld
Beim Warengeld liegt der Fall ziemlich klar. Hier wird einfach mit Gewicht und Metallgehalt, also mit Schrot und Korn wie man es nannte, getäuscht. Auf der Münze steht 30 Gramm Silber drauf, obwohl nur 20 Gramm drin sind. Entweder macht man die ganze Münze etwas leichter als sie sein müsste (Schrot), aber das läßt sich mit einer Waage relativ leicht feststellen, oder man mischt Kupfer drunter (Korn), was schon viel tückischer und nicht so leicht zu überprüfen ist. Bis ins 18. Jahrhundert wurde überwiegend von staatswegen mit diesen Methoden legales Falschgeld erzeugt. Im 19. und 20. Jahrhundert verlagerte sich die staatliche Falschgeldproduktion ausschließlich auf Kreditgeld.
- B. Falsches Kreditgeld
Dieser Fall ist schwieriger, weil der Übergang von echt zu falsch fließend ist. Man kann an bestimmten Stellen nicht klar sagen, ob es bereits Falschgeld oder noch echtes Geld ist. Dies hängt einfach damit zusammen, dass es sich bei Kreditgeld immer um das Versprechen einer zukünftigen Leistung handelt, wie wir in dem Abschnitt: „Was ist Geld“ gesehen haben. Die Zukunft ist immer ungewiß. Man kann nie genau sagen, ob das Versprechen eingehalten wird oder nicht. Jenseits dieser Grauzone gibt es aber auch bei Kreditgeld Bereiche, wo man ganz klar sagen kann , dass es sich hier um Falschgeld handelt. Dann nämlich, wenn es sich von vorneherein um falsche Versprechungen handelt, wenn klar erkennbar ist, dass das Versprechen gar nicht eingehalten werden kann oder gar nicht die Absicht besteht, es einzuhalten.
Der größte Teil unseres heutigen Geldes ist in diesem Sinne Falschgeld. Aussagen von Politikern wie etwa: „Schulden müssen nicht zurückgezahlt sondern bedient werden“, sind ein klares Indiz, dass es sich hier um Falschgeld handelt. Wenn Sie z. B. in der Zeitung lesen, dass im ersten Quartal 2000 von den sechs größten Euroländern Staatsanleihen im Volumen von rund 120 Milliarden Euro neu aufgelegt werden und sich abzüglich der fällig werdenen Schuldtitel daraus ein Netto-Emmissionsvolumen von etwa 40 Milliarden Euro ergibt, so erkennen Sie sehr schnell, dass 80 Milliarden alte Schulden mit neuen Schulden „bedient“ werden und 40 Milliarden zusätzliche Schulden oben draufkommen. Eine Absicht zur Rückzahlung besteht gar nicht mehr. Auch der amerikanische Staat zahlt jetzt nicht etwa Schulden zurück, weil er Haushaltsüberschüsse erzielt, wie man vielfach lesen kann. Es handelt sich hier lediglich um einen schlichten Buchhaltungstrick, wie er meist von Bankrotteuren kurz vor dem Ende angewendet wird. Notwendige Rückstellungen - in diesem Fall für die social security - werden einfach unterlassen. Trotz dieser dubiosen Praxis kann aber auch von Überschüssen gleichwohl keine Rede sein. Im Internet kann man auf der Seite der Treasury unschwer nachlesen, dass die öffentliche Verschuldung im Haushaltsjahr 1998 um 113,04 Mrd. 1999 um 130,08 Mrd und 2000 um 88,95 Mrd gestiegen ist. Das Haushaltsjahr 2000 ist allerdings erst zur Hälfte um. Vom Oktober 1997 bis Februar 2000 stieg die Staatsverschuldung von 5.413,15 Mrd auf 5.745,22 Mrd, also um 332 Milliarden Dollar. Ein Überschuss ist nicht erkennbar, obwohl in dieser Zeit immer von Budgetüberschüssen gefaselt wird.
Ein weiteres klares Indiz für falsches Kreditgeld ist die Tatsache, dass der Schuldinhalt nicht mehr benannt wird. Wenn in einem Schuldverhältnis nicht gesagt wird, was der Schuldner schuldet, so handelt es sich um ein leeres Schuldversprechen. In unserem Kreditgeldbeispiel schuldet die Bank nach 12 Monaten das Gold. Aber bei modernem, ungedeckten Kreditgeld schuldet die Bank heute nach 12 Monaten kein Gold mehr sondern Geld. Aber was ist das? Richtig - sie schuldet ein neues, leeres Schuldversprechen. Der Schuldinhalt wird nicht mehr definiert. Die alten Schuldversprechen werden lediglich durch neue nicht definierte Schuldversprechen abgelöst.
Halten wir also fest, dass man falsches Kreditgeld daran erkennt, dass es nicht mit einem konkreten Schuldinhalt ausgestattet ist und dass die Absicht, eine konkrete, reale Gegenleistung zu erbringen, bei demjenigen, der das Kreditgeld erzeugt, von vorneherein gar nicht besteht.
Rufen wir uns noch einmal in Erinnerung, dass bei echtem Kreditgeld die reale Gegenleistung nur aufgeschoben ist. Es muss immer die Verpflichtung zu einer realen Gegenleistung bestehen und, wenn diese erbracht ist, verschwindet das Kreditgeld wieder. Wenn aber die Absicht zu einer realen Gegenleistung von vorneherein gar nicht besteht, ja die reale Gegenleistung nicht einmal definiert ist, so ist das ein klares Indiz für Falschgeld, für falsches Kreditgeld. Machen wir dazu einmal ein kleines Gedankenexperiment. Sie leihen sich bei der Bank 1 Million, die Ihnen die Bank auf Ihrem Konto gutschreibt. Als Sicherheit verpfänden Sie Ihr Haus. Die Bank hat für Sie 1 Million neues Buchgeld, sog. „fiat money“ geschöpft und Sie haben 1 Million Schulden bei der Bank. Nun geht die Investition, für welche Sie die Million gebraucht haben, leider schief und Sie können nicht zurückzahlen und die Bank übernimmt Ihr Haus. Aber was hat die Bank für das Haus geleistet? Wo ist die Gegenleistung der Bank? Sie hat die Million durch einen simplen Buchungsvorgang aus dem Nichts erzeugt. Wie das technisch geht, werden wir später noch sehen. Die Bank selbst muss keine Leistung erbringen. Sie hat das einzigartige Privileg, dass sie die Gegenleistung der gesamten Gemeinschaft auferlegen darf. Sehen Sie, dass ist Falschgeld.
Aber Moment mal - die Million ist doch trotzdem noch im Umlauf. Irgendjemand hat sie doch jetzt, und der kann theoretisch zur Bank gehen und ihr das Haus für eine Million abkaufen. Richtig - dann hätte die Bank real wieder nichts mehr, sie stünde wieder genauso da wie am Anfang, als sie noch nichts verliehen hatte. Sie hätte gleichsam das Haus gegen ihr eigenes Falschgeld wieder verloren. Was würden sie also machen, an Stelle der Bank? Sie würden wie jeder normale Geldfälscher sagen, das Haus verkaufe ich dafür nicht - mein Falschgeld kann ich mir selber machen. Die Bank ist natürlich nur solange in irgendeiner Form bereichert, wie das Falschgeld bei anderen umläuft, das ist bei jedem Falschgeld so. Die Banken können aber davon ausgehen, daß immer reichlich umläuft.
Wie würde dieses Beispiel dagegen bei goldgedeckten Banknoten aussehen, wenn also die Bank goldgedeckte Noten statt Falschgeld in Form von Buchgeld verliehen hätte? Nun dann müßte die Bank Irgendjemandem der diese Noten jetzt hat, gegen Vorlage der Noten Gold rausrücken, und damit hätte sie dann selbst eine Leistung für das Haus erbracht, denn an Gold kommt sie nicht ohne Leistung.
Aufgrund dieser Überlegung kommt man nun zu dem etwas paradoxen Ergebnis, dass wohl nahezu alles Geld heute Falschgeld ist. Aber so paradox ist das auch wieder nicht, wenn Sie erfahren, dass ein Großteil aller Experten Falschgeld für nützlich hält. Allerdings nennen sie es nicht Falschgeld sondern eben „fiat money“ Zaubergeld. Wir werden in einem späteren Kapitel feststellen, dass Falschgeld in der Tat durchaus segensreiche Wirkungen haben kann. Aber bevor wir uns dem zuwenden, wollen wir zunächst sehen, wie sich Falschgeld geschichtlich entwickelt hat, weil damit das Verständnis des Mechanismus erheblich erleichtert wird. Aufklärung heißt ja zu erkennen, wie der Trick funktioniert. Wenn ich bei einem Zauberkünstler zeige, wie der Trick funktioniert, so ist das Aufklärung. Leider verschwindet dabei allerdings auch die Magie. Wenn wir verstehen, wie Falschgeld entstanden ist und funktioniert, so ist das auch Aufklärung, aber leider eben auch mit „Enttäuschung“ im wahrsten Sinne des Wortes verbunden. Es geht nämlich die schöne Täuschung verloren, dass wir mit Falschgeld unsere Probleme auf bequeme Weise lösen könnten. Wie also hat es sich entwickelt?
