Die Geldfalle/Wie man richtiges Geld selbst machen kann

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Sie werden sich wundern, was es schon alles gibt.

Es wird Sie vielleicht überraschen, wenn Sie hören, dass zur Zeit weltweit etwa 2000 Initiativen und Versuche laufen, private, alternative Geldsysteme aufzubauen und dass vor einiger Zeit das älteste derartige System und zwar die Schweizer WIR-Wirtschaftsgenossenschaft ihr 60jähriges Jubiläum gefeiert hat. Immerhin werden über die WIR mehr als 80.000 Konten geführt und ein jährlicher Umsatz von über 2,5 Milliarden Schweizer Franken abgewickelt. Die Schweizer WIR zeigt also klar, dass solche Systeme funktionieren und auch zukunftsfähig sind. Ursprünglich ist auch die WIR aus der Not und Arbeitslosigkeit der 30er Jahre entstanden. Aber sie ist dann all die Jahre hindurch immer weiter gewachsen und erfreut sich heute eher zunehmender Beliebtheit. Die eigentliche Kraft dieser Idee wird sich aber erst zeigen, wenn es wirklich wieder zu einer internationalen Finanzkrise kommen sollte, ähnlich wie in den 30er Jahren. Wie kommt es, dass eine so fruchtbare Idee weitgehend unbekannt ist und ein solches Außenseiterdasein fristet. Ich denke, der Hauptgrund liegt darin, dass der Schöpfer dieser Idee, nämlich Silvio Gesell, den genialen Grundgedanken mit einer völlig falschen Theorie befrachtet hat und sich die Anhänger von Silvio Gesell derart in diese Theorie verbissen haben, dass sie auch das Lebensblut aus der Idee saugen.

Die Diskussion um alternative Geldsysteme wird zumindest in Deutschland immer von der Zins- und Schwundgelddiskussion der Gesellanhänger überlagert. Die ganze Problematik, die sich mit den Fragen Quantitätsgleichung, Buchgeld, Umlaufgeschwindigkeit und Schwundgeld verbindet, ist, wie ich meine, eine veritable Leerlaufdiskussion, die unendlich viel reformerische Kraft gekostet hat und auch unendliche Verwirrung gestiftet hat und noch stiftet. Ich will jetzt hier nicht auf die einzelnen Punkte eingehen. Die Gesell- Argumente sind vielfach widerlegt worden, freilich ohne dass dies Wirkung bei den Gesellanhängern gezeigt hätte. Ich denke, dass die Gesellanhänger, sehr zur Freude der Geldfälscher, einfach an der falschen Front kämpfen. Der zentrale Punkt ist nämlich nicht der Zins sondern das Falschgeld.

Der ebenso geniale wie simple Grundgedanke bei einigen Komplementärwährungen, wie z. B. der WIR und auch bei Gesell, war ja gerade die Erzeugung von privatem Falschgeld. Um Falschgeld zu erzeugen braucht man nämlich wahrlich nicht den Staat oder die Banken. Es ist ja geradezu ein Witz sich vorzustellen, dass die Menschen zur Bank gehen, diese bittten, Falschgeld zu machen und sich dann das Falschgeld gegen Zinsen leihen. Wenn schon Falschgeld, dann kann man das auch ohne Zinsen selber machen. Und genau das ist der eigentlich geniale Grundgedanke bei Gesell und nicht etwa das Schwundgeld.

Der Schwundgeldgedanke beruht einfach auf einer Art optischer Täuschung, welcher Gesell erlegen ist. Es stimmt ja, dass Schwundgeld eine gewisse belebende Wirkung hat, aber die hat jede Inflation und jedes schlechte Geld. Die Menschen versuchen natürlich, schlechtes Geld, das sich entwertet, möglichst rasch wieder loszuwerden und in diesem Sinne war Geld eigentlich immer schlecht. Die DM hat seit ihrer Einführung etwa 90 % ihres Wertes verloren. Dazu braucht man nicht auch noch Schwundgeld. Die eigentlich belebende Wirkung beruht aber auch beim Gesellgeld nicht auf den kostenpflichtigen Klebemärkchen, die zur Werterhaltung immer wieder auf die Geldscheine geklebt werden müssen, sondern auf dem Falschgeldeffekt. Die Gesellanhänger übersehen immer wie ihr Geld unter die Leute kommt. Es wird nämlich i.d.R. von einer Behörde erzeugt und ausgegeben und damit entsteht der belebende Falschgeldeffekt. Statt mit Märkchenkleben die Umlaufgeschwindigkeit zu erhöhen kann ich auch gleich die doppelte Menge Falschgeld ausgeben. Das hat fast den gleichen Effekt. Genau das war ja der Witz von Hitlers Beschäftigungswunder. Der hat sich gar nicht erst mit Märkchenkleben aufgehalten. Er hat gleich massiv über die Mefo-Wechsel Falschgeld erzeugt und damit waren die Arbeitslosen weg.

Es mag ja sogar so etwas wie einen gewissen Schwundgeldeffekt geben, also dass Leute ihr Geld etwas schneller ausgeben, als sie es sonst getan hätten. Aber sehr groß kann dieser Effekt schon von der Logik her nicht sein. Es ist kaum vorstellbar, dass die Menschen ihr Leben wesentlich beschleunigen, nur weil das Geld verschimmelt. Man wird vielleicht etwas leichtfertiger Geld ausgeben, aber man kann nicht schneller konsumieren, schneller Wohnen und schneller die Miete bezahlen. Eher wird man sich nach einem besseren Geld umsehen. Der Falschgeldeffekt ist da schon von einem ganz anderen Kaliber.

Die Gesellexperimente haben in der Wirtschaftskrise deshalb so gut funktioniert, weil da der Falschgeldeffekt besonders groß ist und nicht weil das Falschgeld zusätzlich auch noch Schwundgeld war. Es scheint mir deshalb sinnvoll, bei der Diskussion alternativer Währungssysteme von der leidigen Schwundgelddiskussion wegzukommen. Es hat schon seine Gründe, wenn man bei der ältesten Gemeinschaftswährung, der Schweizer WIR, schon vor langer Zeit vom Schwundgeld abgekommen ist. Bereits 1952 wurde dort ein niedriger Sollzins für Überziehungen eingeführt. Guthaben wurden zwar nicht verzinst, aber auch keinem Schwund unterworfen. Orthodoxe Freigeldanhänger verließen daraufhin das WIR und gründeten eine eigene Genossenschaft, die aber bald scheiterte. Die Gemeinschaftswährungen bzw. das Notgeld wie es in Deutschland hieß, wurde gewiß nicht verboten weil es Schwundgeld war, sondern wegen des Falschgeldeffektes. Ein Schwundgeldexperiment ohne Falschgeldeffekt würde kläglich scheitern. Die Leute merkten aber damals plötzlich, dass man Falschgeld auch selber machen kann, dass man dazu nicht Staat und Banken braucht. Diesen in der Depression segensreichen Effekt aber wollten Staat und Banken für sich selbst reklamieren. Deshalb wurden die Experimente verboten und nicht weil es Schwundgeld war.

Bevor ich nun darauf eingehe, wie solche Gemeinschaftswährungen praktisch funktionieren, müssen wir noch ein paar Unterscheidungen treffen. Meist werden solche Gemeinschaftswährungen in Verbindung mit Tauschringen organisiert. Beim Tauschring oder Barter-Club wird schlicht Warentausch organisiert, also Coca-Cola wird gegen russischen Wodka geliefert oder Mannesmann liefert Röhren gegen Erdgas. Ein großer Teil des Welthandels wird als Barter abgewickelt und das funktioniert natürlich auch im kleinen Kreis. Durch die moderne Informationstechnologie wird der Barterhandel sicher einen starken Aufschwung erleben. Der Vorteil ist, dass man kein Geld, keine Liquidität etwa in Form von Devisen braucht. Dies erleichtert natürlich viele Geschäfte und macht manches Geschäft überhaupt erst möglich, das sonst, etwa wegen Devisenmangel, unterblieben wäre. Dabei werden die Geschäfte über irgendeine künstliche Recheneinheit, die sich meist an irgendeine Landeswährung anlehnt, verrechnet. Man schätzt, dass bereits 20 % - 30 % des Welthandels über solche Barter- oder Kompensationsgeschäfte abgewickelt werden. Von daher würde eigentlich immer weniger Geld gebraucht. Gleichwohl wächst die Geldmenge weltweit immer weiter, immer schneller, obwohl sie bereits das etwa 80fache dessen beträgt, was zur Abwicklung des Welthandels eigentlich nötig wäre. Woher kommt das wohl und wie lässt sich das erklären?

Aber zurück zu unserem Barter-Club. Wie gesagt handelt es sich hierbei zunächst um schlichten Naturaltausch, wie es ihn schon immer gegeben hat. Das Problem dabei ist, zwei Leute zusammenzubringen, die zufällig gerade die Ware anbieten, die der Andere jeweils haben will und noch dazu in der richtigen Menge. Selbst mit Computer und mit moderner weltweiter Kommunikation wird das nicht viel leichter. Hier hilft, wie schon immer, Geld und bei Geld gibt es, wie schon immer, prinzipiell drei Arten: 1. Warengeld, 2. Kreditgeld und 3. Falschgeld.

Was wir mit der Entwicklung von Komplementärwährungen jetzt beobachten können ist nichts anderes als die Neuentdeckung dieser drei Geldarten auf privater Basis. Überraschenderweise aber in genau umgekehrter Reihenfolge wie sie ursprünglich einmal entstanden sind. Als erstes kam man dahinter, dass man Falschgeld oder fiat money in kleinen Gruppen auch selber machen kann, dass man sich das nicht von Banken gegen Zins leihen muss. Die Gesellexperimente z. B. in der österreichischen Gemeinde Wörgl, das Notgeld der 30er Jahre und auch die Schweizer WIR beruhen teilweise auf diesem Grundgedanken. Der Barterclub erzeugt sein eigenes Spielgeld und mit dem wird innerhalb des Barterclubs bezahlt, etwa wie bei den Ferienclubs, z. B. im Club Mediteranee mit Kugeln. Weil für dieses Spielgeld kein Zins an die Banken abgeführt werden muss, kann man es den Mitgliedern sehr viel günstiger zur Verfügung stellen, etwa für 1,5 % als Zins oder Nutzungsgebühr. Damit kann z. B. die WIR ihren Mitgliedern günstig Liquidität zur Verfügung stellen und es kommen Geschäfte zustande, die sonst aus Geldmangel unterblieben wären. Hier haben wir den belebenden Falschgeldeffekt, den wir früher schon beobachten konnten.

Daneben gibt es aber noch das Kreditgeld und das wird jetzt zunehmend von den Anhängern privater Komplementärwährungen neu entdeckt. Kreditgeld kann nämlich auch jeder selbst machen und macht auch jeder ständig selbst, nur dass dieser Vorgang bisher nicht als Geldschöpfung erkannt wurde. Wenn ich beim Kaufmann anschreiben lasse, entsteht Kreditgeld. Man muss sich nur vorstellen, dass ich einen Zettel unterschreibe, auf dem steht: „Ich schulde Ihnen Herr Kaufmann 100,-- Euro“ Dann ist dieser Zettel Geld, mit dem der Kaufmann z. B. beim Metzger Wurst einkaufen kann. Natürlich setzt das voraus, dass die Leute sich untereinander kennen und vertrauen, aber weil das in einem Club der Fall ist, eignet sich privates Kreditgeld hervorragend für private Währungsgemeinschaften. Das ist genau das gleiche Prinzip, wie wir es mit unseren 10 Freunden in der Kneipe mit den Bierdeckeln kennengelernt haben. Aber wie kommt es, dass man den wechselseitigen Kredit als privates Geld erst jetzt allmählich wieder neu entdeckt? Das hängt wohl damit zusammen, dass es den Geldfälschern gelungen ist, dem Publikum einzureden, Geld könne nur vom Staat erzeugt werden. Dabei gibt es den Wechsel, den Schuldschein und privates Kreditgeld schon seit 1000 Jahren. Schon seit ewigen Zeiten haben Kaufleute einen Schuldschein unterschrieben, der dann als Geld weitergereicht wurde. Allerdings waren diese Zettel an strenge Formvorschriften gebunden und man hat später die Vorstellung verankert, solche Standardschuldzettel dürfe eigentlich nur der Staat erzeugen. Aber jetzt mit den Computern muss man ja gar keine Zettel mehr drucken, sondern kann die wechselseitigen Schulden und Guthaben im Computer verrechnen. Man muss das staatliche Gelddruckmonopol gar nicht mehr erschüttern. Allenfalls die Salden werden am Jahresende mal mit staatlichem Geld ausgeglichen. So kann sich jemand mit Babysitten, Garten umgraben oder Autofahren ein Guthaben im Computer verdienen, das er dann für Brot oder Kino wieder ausgibt. Die belebende und arbeitsschaffende Wirkung dieses wechselseitigen Kredites dieser Art von Kreditgeld beruht aber auf einem ganz anderen Effekt als beim Falschgeld.

Beim Falschgeld wird eine künstliche Nachfrage erzeugt. Der Falschgeldemittend leistet ja selbst nichts, er erzeugt das Falschgeld (fiat money) aus dem Nichts. Er verschafft damit dem Falschgeldempfänger zwar Arbeit, aber ohne selbst für diese Arbeit irgendeine Gegenleistung zu erbringen. Diese Gegenleistung muss sich der Falschgeldempfänger anschließend bei den Anderen holen, an die er das Falschgeld weitergibt.

Ganz anders ist es bei wechselseitigem Kredit. Normalerweise leistet man zunächst etwas, damit das Kreditgeld überhaupt entsteht. Ich bringe eine Leistung wie Babysitten, Altenpflege oder Nachhilfeunterricht ein und so entsteht für mich ein Guthaben über das ich verfügen kann. Aber auch wer zunächst nichts leistet sondern nur nachfragt und sein Konto überzieht, verpflichtet sich in absehbarer Zeit eine Leistung zu erbringen. Auch wenn ich einen Schuldschein unterschreibe und so Kreditgeld entsteht, verpflichte ich mich in absehbarer Zeit etwas zu leisten. Ich bezahle mit einer versprochenen Leistung, die ich selbst erbringen werde. Bei Falschgeld (fiat money) dagegen geht derjenige, der das Falschgeld erzeugt, keinerlei Verpflichtung ein, eine Leistung zu erbringen. Das ist ein wesentlicher Unterschied und der eigentliche Kern aller Währungskrisen. Unsere Welt ertrinkt derzeit in Falschgeld, in Geld ohne Leistungsversprechen. Es gibt offiziell nur noch dieses Geld. Beim WIR System wird sowohl privates Falschgeld (fiat money) als auch privates Kreditgeld verwendet.

Entscheidend ist aber, dass privates Kreditgeld auf eine ganz andere Art belebend wirkt als Falschgeld. Bei privatem Kreditgeld verschafft sich eine Gemeinschaft wechselseitig Arbeit. Es werden Arbeiten nachgefragt, die sonst aus Geldmangel nie nachgefragt worden wären und ich kann mir Dinge kaufen, für die ich später eine Leistung erbringe, die ich mir sonst aus Geldmangel nicht hätte kaufen können. Der Effekt beruht einfach darauf, dass Menschen bereit sind, sich für Dinge wechselseitigen Kredit einzuräumen und so Arbeit zu verschaffen, für die eine Bank nie bereit wäre, einen Kredit einzuräumen und Falschgeld herauszurücken.

Ein schönes Beispiel dafür ist die japanische Pflegewährung „Hureai Kippu“. Bei diesem System werden die Stunden, die ein Freiwilliger bei der Pflege oder Unterstützung alter oder behinderter Menschen verbringt, auf einem Zeitkonto verbucht. Für schwierige Aufgaben, wie z.B. Körperpflege wird mehr Zeit gutgeschrieben, als z.B. für Einkaufen. Die Zeitguthaben sind übetragbar. So kann z.B. ein Student sein Pflegeguthaben, das er an seinem Studienort erwirbt, auf seinen alten Vater übertragen, der an einem anderen Ort lebt, oder er kann die Stunden für seine eigene Altenpflege ansparen. Mit diesen Zeitguthaben kann man seine normale Krankenversicherung ergänzen. Die Zeitguthaben werden wie Schecks über ein Clearingsystem verrechnet und gutgeschrieben. Ähnliche Projekte gibt es auch in Deutschland.

Was jetzt fehlt ist nur noch die Wiederentdeckung privaten Warengeldes, dann ist das gesamte Geldsystem wieder neu erfunden, diesmal auf privater Basis. In der Tat zeichnet sich bei den alternativen Währungssystemen jetzt eine Entwicklung ab, die eine Rückkehr zu gedecktem Geld auf privater Basis erwarten läßt. Das Projekt Terra von Bernard A. Lietaer ist eine solche Währung, die wieder durch eine Ware oder einen Warenkorb gedeckt ist. Die Bonusmeilen der Vielflieger sind eine Art private Unternehmenswährung, die mit einer bestimmten Leistung, nämlich Flugmeilen, gedeckt ist. Große Konzerne werden zunehmend solche privaten gedeckten Währungen ausgeben,die z. B. mit dem Warenlager oder mit Rohstoffvorräten gedeckt sind und die mit Kreditkarten oder über das Internet übertragen werden. Die Wiederentdeckung privaten Geldes in Form von privaten Komplementärwährungen wird sich vorwiegend auf wechselseitigen Kredit und auf gedeckte Währungen stützen, also auf Kreditgeld und Warengeld. Aber es könnte durchaus sein, dass auch das private Falschgeld eine gewisse Bedeutung erlangt. Wenn in einem privaten Währungssystem wie der WIR sich über so lange Zeit auch privates fiat money erhalten und bewährt hat, könnte das ein Indiz dafür sein, dass auch privates Falschgeld in solchen alternativen Währungssystemen eine sinnvolle Funktion erfüllt.

Bevor wir diese Frage beurteilen, rufen wir uns kurz nochmals den wesentlichen Unterschied zwischen Waren und Kreditgeld auf der einen Seite und Falschgeld auf der anderen Seite in Erinnerng. Beim Warengeld wie beim Kreditgeld wird die Leistung von demjenigen erbracht, der das Geld erzeugt. Beim Falschgeld muss die Leistung von anderen erbracht werden, der Falschgelderzeuger leistet nichts. Die Leistung muss gewissermaßen von der ganzen Gemeinschaft erbracht werden. Der Falschgelderzeuger legt der ganzen Gesellschaft dieVerpflichtung auf, für dieses Geld etwas zu leisten, praktisch für ihn selbst oder für denjenigen, der das Falschgeld als Erster, z. B. als Kreditgeld, erhält. Wenn eine Bank heute einem Unternehmer 1 Mio leiht, so schöpft sie diese Million aus dem Nichts. Der Unternehmer kauft Maschinen, Rohstoffe, Autos und bezahlt Arbeiter. All diese Leistungen werden der Gesellschaft zusätzlich auferlegt ohne Gegenleistung. Der Falschgeldkredit verdrängt den Konsum aller Anderen, zwingt alle, den Gürtel etwas enger zu schnallen. Wenn das in großem Stil geschieht wie heute, so führt das zu einer unfreiweilligen Versklavung der Menschen. Sie wissen von diesem Mechanismus ja gar nichts, mit dem sie immer mehr ausgebeutet werden.

Wenn jetzt aber eine geschlossene Gemeinschaft sich bewußt dieses gemeinsame Opfer auferlegt als eine Art Zwangssparen, etwa um eine Fabrik oder ein Haus zu bauen, das der Gemeinschaft nützt oder um karitative Zwecke zu verfolgen, sieht die Sache schon ganz anders aus. Es wäre durchaus denkbar, dass größere Investitionsprojekte, die sich auch rechnen und ein Mehrprodukt erbringen, zum Vorteil aller auf diese Weise verfolgt werden innerhalb der Gemeinschaft. Entscheidend ist allerdings, dass man aus der Gemeinschaft austreten kann, wenn man sich dieses Zwangssparen nicht auferlegen will.

Wenn es also durchaus denkbar ist, dass wir alle drei Geldarten in privaten, alternativen Währungssystemen wiederfinden, so wird doch die größte Überraschung und die größte Bewußtseinsveränderung darin bestehen, dass man Warengeld oder gedecktes Geld neu entdeckt. Es mag ja sein, dass man im Zuge dieses Prozesses ganz neue Deckungsformen entwickelt. Wahrscheinlicher ist aber, dass man nach Experimenten mit Indices und Warenkörben wieder diejenige Deckungsform neu entdeckt, die sich nach Jahrhunderten des Experimentierens im Markt als die beste Deckung bereits herausgestellt hat, nämlich Gold und Silber. Wenn das aktuelle Falschgeldsystem erschüttert wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man sich erst einmal auf das besinnt, was über Jahrhunderte als Geld hervorragend funktioniert hat, nämlich Gold und Silber. Gewiß werden dann auch sehr viele private, alternative Währungssysteme entstehen, um vorwiegend mit wechselseitigem Kredit Arbeit zu schaffen, aber diese Systeme werden sich vermutlich wieder auf Gold und Silber als Währungseinheit stützen und nicht wieder auf Dollar, Euro der Yen, also auf die Falschgeldsysteme (fiat money systems), die sich gerade als untauglich erwiesen haben.

Und warum werden sich die neuen Währungssysteme wieder auf Gold und Silber als Wertmaßstab stützen? Weil man aufs neue entdecken wird, dass man Geschäfte genauso wenig ohne einen geeigneten Wertmaßstab abwickeln kann wie ohne vereinbarte Maßeinheiten für Länge und Gewicht. Gold und Silber sind nun einmal die einzigen international anerkannten Wertmaßstäbe, mit denen wir gute langjährige geschichtliche Erfahrungen bereits haben. Es ist das einzige erprobte Auffangsystem, das uns im Falle einer Krise sofort zur Verfügung stünde. Alle anderen bekannten Systeme haben ja dann kläglich versagt. Auch wenn zunächst lauter lokale private Währungssysteme entstehen sollten, über Gold und Silber wären sie sofort wieder alle miteinander verbunden, Gold und Silber wäre sofort wieder privates Weltgeld innerhalb zahlreicher unterschiedlicher Wirtschaftsgemeinschaften, so wie es früher immer war. Wir hätten wieder Weltgeld, ohne dass es einer politischen Einheit, einer Weltregierung oder einer Weltbank bedarf. Auch die Falschgeldfreunde müssten eigentlich ein Interesse daran haben, dass ein solches Auffangsystem möglichst bald entsteht, parallel zu dem bestehenden System, um so gegebenenfalls einen weitgehend friedlichen Übergang zu ermöglichen. Alan Greenspan hat sich erst kürzlich dafür ausgesprochen, das Entstehen solcher privaten alternativen Geldsysteme von Seiten der Behörden zumindest nicht zu behindern, weil wir nicht wissen können, wozu es vielleicht gut ist. Wenden wir uns daher nun der Frage zu, warum und auf welche Weise es wieder zu einer Remonetisierung von Gold und Silber kommen könnte und warum Gold und Silber auch für Sie die beste Möglichkeit bieten, Geldvermögen durch die kommenden Währungsturbulenzen zu retten.

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