Lakritz gegen Viren
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Glycyrrhizin steht synonym für die Glycyrrhizinsäure. Das Saponin und Terpenoid kommt natürlicherweise in der Wurzel der Süßholzpflanze Glycyrrhiza glabra, die auch zur Herstellung von Lakritz verwendet wird, aber auch in Grapefruit vor. Es ist 50 mal süßer als Rohrzucker und dient so auch als natürlicher Süßstoff.
Medizinische Bedeutung
Glycyrrhizin wird im Verdauungstrakt durch bakterielle Tätigkeit hydrolysiert. Dabei entsteht das Glycyrrhetinsäure. Diese ist ein Inhibitor der 11-β-Hydroxysteroid-Dehydrogenase 2, welche die Umwandlung von Cortisol in Cortison katalysiert. Die Inaktivierung des Cortisol wird so unterbunden. Da es jedoch auch die Wirkung eines Mineralokortikoid es besitzt und nun Aldosteron vom Mineralokortikoidrezeptor verdrängt, kommt es zu einer fortwährenden Stimulation dieses Rezeptors. Der Wasser- und Mineralhaushalt wird nun nicht mehr vom Aldosteron kontrolliert und es treten Erscheinungen des Hyperaldosteronismus auf: Wasser- und Natriumretention, erhöhte Kaliumausscheidung, sinkende Renin- und Aldosteron-Pegel. Dies führt zu Symptomen wie Bluthochdruck oder Wassereinlagerung. Ernste Folgen können Rhabdomyolyse, Myopathie und Nierenversagen sein.
Neuere Untersuchungen (2005) zeigen auch eine Wirkung gegen Herpesviren und Hepatitis B/C.
