Die Geldfalle/Rückkehr zum Goldstandard?
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Ist das nicht völlig unrealistisch? Besteht denn Aussicht auf eine solche Entwicklung?
Als Fazit der bisher vorgetragenen Überlegungen kann man sehr wohl sagen, dass eine Remonetisierung des Goldes und eine Rückkehr zu einer Art Goldstandard sinnvoll und auch wahrscheinlich erscheint. Eine bessere Alternative ist jedenfalls derzeit nicht erkennbar, wenn das aktuelle Falschgeldsystem, wie alle Falschgeldsysteme bisher, wieder scheitern sollte. Obwohl die Zentralbanken diese Zusammenhänge natürlich auch sehen und kennen, wird man gleichwohl so lange wie möglich versuchen, das Falschgeldsystem in irgendeiner Form aufrecht zu halten und zu retten. Wahrscheinlich wird man zu diesem Zweck den Keyns‘schen Plan einer Weltzentralbank ausgraben mit einer Art Goldstandard ohne Gold. Aber das setzt soviel Souveränitätsverzicht und internationale Übereinstimmung voraus, dass es ein Wunder wäre, wenn dieser Prozeß in Gang käme. Da ist es wahrscheinlich einfacher, wenn einzelne Länder individuell zum Goldstandard zurückkehren und genau diese Entwicklung zeichnet sich jetzt ab. In China, Indien, in islamischen Republiken und sogar in Russland wird an Plänen gearbeitet, in irgendeiner Form die Landeswährung wieder ans Gold zu binden. Indien und China haben zu diesem Zweck die Einfuhr und den privaten Besitz von Gold und Silber freigegeben.
Es gibt auch einen Aufsatz von Alan Greenspan, den er 1981 im Wall Street Journal veröffentlicht hat und in dem er Überlegungen anstellt, wie es technisch machbar wäre, Amerika zu einem Goldstandard zurückzuführen. Obwohl der Aufsatz ebenfalls vor seiner Zeit als Chef der Zentralbank geschrieben wurde, enthält er doch einige grundsätzliche Überlegungen, die nach wie vor gültig sind. Im Anhang finden Sie den Aufsatz: „Kann Amerika zum Goldstandard zurückkehren?“ von Alan Greenspan.
Der Aufsatz zeigt aber auch, dass eine von Staat und Banken organisierte Rückkehr zu einer Goldbindung etwas anderes ist als Privatgeld auf Goldbasis. Staat und Banken werden immer versuchen, einen möglichst großen Teil des vorteilhaften Falschgeldsystems zu retten. In seinem Buch: „Das Geld der Zukunft“ zitiert Bernard Lietaer die Aussage eines hochrangigen Zentralbankers sinngemäß etwa folgendermaßen: „Eine wirkliche Reform des Geldwesens kann nicht von oben erwartet werden, sie müsste von unten kommen.“ Das heißt aber konkret für den Anleger, dass er bei Gold und Goldminen äußerst vorsichtig und mißtrauisch sein muss. Staat und Banken werden alles in ihrer Macht stehende tun, um nicht die Kontrolle über das System zu verlieren. Sie versuchen schon jetzt, wie wir gesehen haben, auf sehr raffinierte Weise möglichst viel Kontrolle über das Gold zu bekommen und sie werden auch nicht davor zurückschrecken, den privaten Besitz von Gold wieder zu verbieten. Man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass es in Amerika, dem angeblich freiesten Land dieser Erde, möglich war, den Bürgern über 40 Jahre lang den Besitz von Gold zu verbieten.
Betrachten wir deshalb zum Abschluß noch eine andere Alternative, mit der man sich auf eine Abwertung des Papiergeldes einstellen kann. Nach meiner Überzeugung besteht hier weniger die Gefahr von Manipulation und Konfiskation und die Kurschancen sind sogar deutlich größer als bei Gold. Es handelt sich um das andere monetäre Metall, das „Gold des kleinen Mannes“, nämlich Silber.
